Irgendwann kommt jede Salonbesitzerin – auch in einem gerade erst eröffneten kleinen Salon, in dem du bisher alle Rollen selbst ausgefüllt hast – an den Punkt, an dem sie allein nicht mehr weiterkommt. Es kommen mehr Kundinnen, die Buchungen füllen sich schneller, als du mit den Händen schaffst, und irgendwann schaust du dich um: „Wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, mir Hilfe zu holen?“ Aber wie wählst du, wen, wann und wonach? Und wie machst du das so, dass aus deinem geliebten, mit Haar- und Nagelleistungen gefüllten kleinen Salon ein Team wird, das wirklich zusammenpasst und gemeinsam wächst?
Vielleicht spürst du Aufregung, Angst und tausend Fragen auf einmal. Erkennst du dich darin wieder, bist du völlig auf dem richtigen Weg – genau dort beginnt der Aufbau eines großartigen Teams.
Der Erfolg des Salons steckt in den Menschen, nicht nur in geschickten Händen
Oft wird gedacht, dass es wichtig ist, jemanden zu finden, dessen Hände schon alles können oder der einen eigenen Kundenstamm mitbringt. Tatsächlich ist es noch wichtiger, eine Person zu finden, die deine Denkweise teilt: wie man Kundinnen behandelt, welche Atmosphäre einem wichtig ist und was für einen Salon man aufbauen möchte.
Bevor du die Stellenanzeige aufhängst oder bei Bekannten nach Interesse fragst, überleg kurz:
- Brauchst du Vollzeit- oder Teilzeitunterstützung?
- Gibt es gerade bei einer bestimmten Leistung (zum Beispiel Maniküre oder Massage) eine Lücke, die du allein nicht mehr füllen kannst?
- Welcher Charakter, welche Lebenseinstellung und Haltung würde dich ansprechen? Schätzt du eher ruhige Ausdauer oder eine strahlende Kommunikatorin, die Gäste sofort herzlich empfängt?
Ein kleiner Salon bedeutet, dass jede Person zählt: Die Energie, die das Team erzeugt, spürt auch jede Kundin. Also lohnt es sich auch, dich selbst zu fragen – bist du bereit, jemanden anzuleiten, zu unterstützen und wirklich in sie zu investieren? Genau darin liegt die Stärke des kleinen Salons!
Wo findest du „die richtige Person“, wenn du weder ein großes Budget noch eine bekannte Marke hast?
Die beste Waffe eines kleinen Salons ist deine Ehrlichkeit, dein persönlicher Ansatz und … deine bestehenden Beziehungen. Ein Netzwerk kann Gold wert sein, selbst wenn es zunächst winzig erscheint:
- Facebook-Gruppen für Beauty-Fachkräfte (ja, die werden aufmerksam gelesen!)
- Praktikantinnen aus Abschlussjahrgängen von Berufsschulen – frische Absolventinnen bringen oft großen Lern- und Einsatzwillen mit.
- Ehemalige Kolleginnen, Bekannte von Bekannten, unter denen sich genau die ideale Kandidatin befinden könnte.
Und hab auch vor Anfängerinnen keine Angst! Oft bringen genau sie sich am offensten in deine Ideen und Lernmöglichkeiten ein. Für einen fairen Lohn und eine gute Atmosphäre bekommen sie dafür eine ganz neue Perspektive – überleg, wie großartig es ist, selbst jemandes Karriere in Gang zu bringen!
Schreibst du die Stellenanzeige, mach keine Umschweife: Schreib einfach und mit echten Beispielen aus dem Alltag, was die Person erwartet. Ist der Zeitplan flexibel? Wie sieht deine Kundschaft aus? Bist du bereit, gemeinsam zu lernen, oder erwartest du eine erfahrene Hand, die sofort bei der Kundenbetreuung mit anpacken kann?
Das Vorstellungsgespräch – ist dieses warme Lächeln schon das neue Herz deines Salons?
Lädst du jemanden zum Gespräch ein, überleg, was du eigentlich wissen musst. Natürlich fragst du nach Erfahrung, und es gibt auch eine Arbeitsprobe – aber frag auch danach:
- Wie würde sie eine Situation lösen, in der eine Kundin mit der Leistung unzufrieden ist?
- Welchen Arbeitsrhythmus bevorzugt sie?
- Wie gut kommt sie in einem kleinen Kollektiv und einer unterstützenden Atmosphäre zurecht?
- Was war bisher ihre beste Arbeitserfahrung – was hat sie besonders gemacht?
Und wichtig: Ist sie bereit, dazuzulernen, wenn neue Trends, Produkte oder Leistungen kommen? Frag auch mutig, wo sie sich selbst einbringen möchte. Manche will ihre Schulungsfähigkeiten ausbauen, eine andere neue Systeme wie SalonLife testen oder Ideen fürs Marketing beisteuern.
Mach das Gespräch nicht zur kühlen Pflichtübung – lad die Kandidatin lieber zu einem ganz normalen Arbeitstag in den Salon ein. So bekommt sie ein Gefühl für deine Atmosphäre, und du siehst sofort, ob die Chemie stimmt.
Das Geheimnis eines guten Arbeitsvertrags: alles ehrlich und transparent – auch im kleinen Team!
Hast du die ersten helfenden Hände gefunden, beginnt der nächste wichtige Schritt – ein fairer Vertrag. Leg gleich alle wichtigen Bedingungen fest:
- Arbeitsbeginn und genauer Zeitplan
- Ob die Mitarbeiterin Vollzeit oder an bestimmten Tagen/Zeiten arbeitet
- Nach welchem Modell die Lohnabrechnung erfolgt – Stundenlohn, Provision oder eine Kombination?
- Regeln für Urlaub und Vertretungen
- Vereinbarungen zu Schulungen, Krankheitstagen und der Nutzung von Arbeitsmitteln
Stehen die Grundlagen schriftlich fest und wurden gemeinsam besprochen, gibt es deutlich weniger Überraschungen und Enttäuschungen. Transparenz ist im kleinen Team wichtig – Vertrauen entsteht, wenn alle wissen, wie das System funktioniert. Salonsoftware wie SalonLife hilft dabei, alle Dokumente und Daten zugänglich zu halten und die Dienstplanung zu vereinfachen.
Dienstpläne, Motivatoren und Zusammenhalt – was lässt ein kleines Team wirklich strahlen?
Befürchtest du vielleicht, dass in großen Salons üppigere Boni und höhere Gehaltstabellen geboten werden? Das Geheimnis des kleinen Salons liegt woanders – hier zählen deine Präsenz als Chefin, deine Freundlichkeit und deine Flexibilität.
- Ein guter, fairer Dienstplan – ihn mindestens 2–4 Wochen im Voraus zu erstellen, hilft allen, ihr Leben besser zu planen.
- Transparente Vergütungsvereinbarungen – ob Festgehalt, Provision oder eine Kombination, wichtig ist, dass alle Details klar sind.
- Einbindung in Entscheidungen – je mehr Menschen das Gefühl haben, dass ihre Meinung zählt (Testen neuer Marken, neue Leistungen, Inneneinrichtung), desto stärker ist dein Team.
- Entwicklungsmöglichkeiten – Schulungen, kostenlose Leistungen untereinander, manchmal kleine Prämien oder gemeinsame Veranstaltungen.
Ein Tipp? Frag, was den Mitarbeiterinnen selbst wichtig ist: mehr Urlaub, flexible Erfahrung, eigenständige Terminverwaltung (zum Beispiel mit SalonLife) oder doch die Möglichkeit, beim Testen neuer Produkte mitzureden.
Willst du mehr über die Rekrutierung von Mitarbeiterinnen und den Teamaufbau erfahren? Lies den ausführlichen Ratgeber zum Thema Wie du das richtige Personal für deinen Beautysalon findest.
Dein erstes Team ist das Fundament deines Salons
Denk daran: Jeder Schritt, von der Stellenanzeige bis zur Unterschrift unter den Arbeitsvertrag, formt, wie sich dein Salon entwickelt. Die ersten Mitarbeiterinnen einzustellen bedeutet, die Zukunft deines Unternehmens zu bauen. Achte auf Kleinigkeiten, kommuniziere ehrlich, schaff ein verlässliches System und wähl Menschen, auf die du dich in der Zukunft verlassen kannst.
Fühlt sich dieser Schritt riesig an, keine Sorge – im nächsten Artikel nehmen wir uns vor, wie du eine gelungene Eröffnungswoche organisierst und dafür sorgst, dass durch deine Salontür als Erste genau die Kundinnen kommen, die am besten zu deinem Team passen. Willst du wissen, wie du aus dem Eröffnungstag ein Ereignis machst, über das noch Monate später gesprochen wird? Alle Geheimnisse im nächsten Kapitel!
