Hast du dich schon mal gefragt, wie du genau weißt, ob der Euro, den eine Kundin einbringt, dir wirklich Gewinn übrig lässt oder einfach unbemerkt im Salonalltag verschwindet, dann bist du hier genau richtig! Die Berechnung der Selbstkosten einer Leistung klingt zwar etwas trocken, ist aber tatsächlich das Geheimnis des Salonerfolgs. Und – ehrlich gesagt – es ist einfacher, als man denkt!
Was sind Selbstkosten einer Leistung und warum sollten sie dich sehr interessieren?
Die Selbstkosten sind diese „enthüllende Zahl“, die zeigt, wie viele Euro tatsächlich für die Durchführung einer Behandlung anfallen – jede Kleinigkeit mitgerechnet! Das ist das finanzielle Rückgrat des Salons. Kennst du die Selbstkosten nicht, tappst du leicht in die Falle „die Nachbarn verlangen so viel, ich setz denselben Preis an“ oder „vielleicht zahlt die Kundin das schon“. Bleibt der Preis am Ende niedriger, als die Behandlung tatsächlich kostet, verschenkst du im Grunde Geschenke.
Aber wie berechnest du diese Zahl genau? Schauen wir uns das gemeinsam an, Schritt für Schritt und mit Beispielen aus dem echten Leben!
1. Materialkosten – zähl alles zusammen, was verbraucht wird!
Dieser Teil ist am greifbarsten: Shampoos, Masken, Seren, Nagellacke, Handschuhe, Wattestäbchen – absolut alles, was auch nur kurz mit der Kundin in Berührung kommt, verdient es, notiert zu werden. Oft wird nur das „große Bild“ aufgelistet, etwa die Haarfarbe, aber Kleinigkeiten wie das Waschen der Handtücher oder der Verschleiß von Metallklammern werden vergessen.
Ein einfacher Tipp: Nimm dir eine deiner typischsten Leistungen vor (zum Beispiel eine Haarfärbung), geh sie gedanklich durch und notier dir:
- Wie viel geht genau an verschiedenen Farben, Mitteln, Balsam, Maske drauf?
- Wie viele Wattepads, Einweg-Umhänge, Handschuhpaare?
- Braucht ein Arbeitsmittel – zum Beispiel Kamm oder Folie – nach jeder Behandlung einen Wechsel oder eine Reinigung?
Erstell daraus dann eine Liste (oder eine kleine Tabelle). Füg zu jedem Produkt/Hilfsmittel den Einkaufspreis hinzu (ja, auch das einzelne Wattepad zählt!) und summier alles zusammen. So bekommst du die Materialkosten dieser konkreten Leistung.
Profi-Tipp: Nutzt du die Lagerverwaltung von SalonLife, kannst du den Produktverbrauch direkt im Programm erfassen – keine Zettelwirtschaft, alle Kosten an einem Ort, und später lässt sich leicht verfolgen, ob eine Kostenart langsam steigt. Denk größer und lies auch, welche bewährten Grundsätze der Lagerverwaltung im Salonalltag helfen!
2. Arbeitskosten – deine Zeit ist Gold wert
Keine Salonleistung erledigt sich von selbst! Gibst du eine Stunde deiner Zeit her, solltest du diese auch zurückverdienen – und zwar nicht nur als Lohn, sondern samt allen Arbeitgeberkosten.
Wie geht das? Miss, wie viele Minuten oder Stunden eine bestimmte Behandlung dauert. Rechne nicht nur die Zeit dazu, in der du an der Kundin arbeitest, sondern auch:
- die Vorbereitung (Farben zusammenstellen, Handtücher bereitlegen),
- das Aufräumen/die Nachpflege,
- die Beratung mit der Kundin.
Multiplizier dann die für die Behandlung nötige Zeit mit deinem (oder dem Stundensatz der Mitarbeiterin). Vergiss nicht, dass der Stundensatz neben Steuern auch die Kosten für Arbeitskleidung und den „Eigenanteil“ an Schulungen enthalten sollte, wenn diese mit der Behandlung zusammenhängen. Zum Beispiel: Dauert ein Schnitt 45 Minuten und dein voller Stundensatz inklusive Steuern liegt bei 14 €, rechne der Leistung 10,50 € Arbeitskosten zu.
SalonLife hilft: Buchst du Leistungen digital, kannst du sehen, wie viel Zeit jede Leistung tatsächlich über Buchungen in Anspruch nimmt. So siehst du schnell, ob eine Behandlung zeitlich „aus dem Ruder läuft“. Sieh dir an, wie die Optimierung des Salonkalenders dir hilft, den Zeitaufwand besser zu steuern!
3. Sonstige Kosten – all die Kleinigkeiten, die nicht „von selbst“ passieren
Jetzt haben wir Material und Arbeit. Zusätzlich schleichen sich im Salonalltag unzählige kleine laufende Kosten ein, die leider nicht verschwinden. Die Zeit der „selbstreinigenden Handtücher“ und „ewig haltenden Föhne“ ist noch nicht angebrochen!
Was gehört dazu? Stromrechnung, Wasserverbrauch, Reinigungsmittel, das Waschen und Bügeln der Handtücher, die Abnutzung der Arbeitsausstattung („wie viele Farbsitzungen hält ein Stuhl aus, bevor er ausgetauscht werden muss?“). Und manchmal auch die kleine Praline oder die Tasse Kaffee, die du der Kundin anbietest.
Der bequemste Weg: Zähl diese Kosten pro Monat zusammen, teil sie durch die Gesamtzahl aller Leistungen, und du kommst zum Beispiel auf 1,60 € „Gemeinkosten“ pro Behandlung. Verfolgst du das laufend (und ordnest die Kosten in SalonLife den entsprechenden Kostenarten zu), bemerkst du frühzeitig, wenn ein Teil des Energieverbrauchs oder anderer Gemeinkosten im Salon zu stark ansteigt. Und all das gehört ebenfalls zu den Selbstkosten der Leistung.
Wie nutzt du die Endsumme – was machst du mit diesen Selbstkosten?
Hast du Materialkosten, Arbeitskosten und den Anteil der Gemeinkosten zusammengerechnet, hast du die Selbstkosten der konkreten Leistung. Unter diese Zahl sollte der Preis nie fallen – selbst dann nicht, wenn am Samstagabend die Buchungen leer sind und die Versuchung groß ist, Kundinnen mit einem „günstigeren Preis“ zu locken!
Willst du wissen, wie du die Preisgestaltung deines Salons sicher und gewinnorientiert aufbaust? Bevor du Entscheidungen triffst, lohnt sich unbedingt auch ein Blick in die Trends der Beautybranche und die profitabelsten Leistungen, um deine Position und dein Potenzial am Markt besser zu verstehen.
Stell dir vor, all diese Zahlen sind deine kleinen Verbündeten, die dir die Freiheit und Sicherheit geben, einen fairen Preis zu verlangen – das ist kein „nach Gefühl“ gesetzter Preis mehr, sondern eine bewusste Entscheidung, die die Zukunft deines Salons absichert. Und nutzt du bei der Kalkulation digitale Lösungen wie SalonLife, kannst du jederzeit in Echtzeit verfolgen, wie sich deine Materialkosten und dein Zeitaufwand verändern. So frisst zum Beispiel eine durch Preissteigerungen teurer gewordene Haarfarbe nicht heimlich deinen Gewinn auf.
Klingt das langweilig? Ganz bestimmt nicht! Die genaue Kenntnis der Selbstkosten gibt dir Kraft – sie befreit dich aus dem „Gefängnis des Schätzens“, hält vermutlich mehr Euro in deiner Kasse und hilft dir, einen Salon aufzubauen, der auch dann stehen bleibt, wenn am Markt ein raueres Lüftchen weht.
Jetzt, da du die Werkzeuge hast, um die Selbstkosten jeder Leistung zu berechnen, gehen wir im nächsten Artikel einen Schritt weiter – wir sprechen darüber, wie du deinen Leistungen Preise gibst, die Gewinn bringen, statt Kopfschmerzen. Welche Preisstrategie solltest du wählen, und wie beeinflusst das deinen Arbeitsalltag? Dazu bald mehr! Bist du bereit?
Weitere nützliche Tipps und Werkzeuge findest du im SalonLife-Blog: https://www.salon.life/blog
