Hast du dich schon mal hingesetzt und überlegt, wie dieser „richtige“ Preis am Ende eigentlich zustande kommt? Reicht es, einfach in die Preisliste des Nachbarsalons zu schielen, oder solltest du den Preis für jeden Schnitt und jede Wimpernwelle auf dem Papier durchrechnen? Tatsächlich ist Preisgestaltung viel spannender, als es auf den ersten Blick wirkt – und ehrlich gesagt entscheidet sich genau hier, ob es mit deinem Salonleben gut läuft oder nicht.
Schauen wir uns an, welche Preisstrategien sich am häufigsten bewährt haben und die du geschickt kombinieren kannst – und am Ende des Textes wartet noch eine goldwerte Empfehlung, die du dir jetzt vielleicht noch gar nicht vorstellen kannst.
1. Kostenbasierte Preisgestaltung: einfacher Rechner, klare Regeln
Hier sind die Spielregeln klar: Rechne alles zusammen, was für eine Kundin „draufgeht“ (Materialien, Stundensatz, Anteil an der Raummiete), addiere deine gewünschte Gewinnmarge … und heraus kommt der Preis deiner Leistung!
Warum ist das gut?
- Du vermeidest es, im Minus zu arbeiten – keine Behandlung bleibt unter dem Selbstkostenpreis.
- Jeder Preis ist logisch und transparent begründet.
- Es gibt einer Gründerin ein Sicherheitsgefühl.
Aber die Nachteile …
- Diese Methode berücksichtigt nicht, wie viel Kundinnen tatsächlich bereit sind, für deine Leistung zu zahlen.
- Macht ein Konkurrent dasselbe für die Hälfte, verlierst du mögliche Vorteile – oder vergisst selbst, was deinen Salon besonders macht.
Hier lohnt es sich weiterzufragen: Welchen Wert bietet dein Salon wirklich, und könnte das einen deutlich höheren Preis rechtfertigen?
Willst du einen gründlicheren Überblick, um die Kosten deines Salons zu analysieren und die Profitabilität einzuschätzen, sieh dir auch den SalonLife-Leitfaden zur Berechnung der Eröffnungskosten eines Beautysalons an.
2. Wertbasierte Preisgestaltung: wie bringst du die Kundin dazu, sich über deinen Preis zu freuen?
Hast du bemerkt, warum manche Menschen bereit sind, für deine Leistung mehr zu bezahlen – obwohl sie dasselbe scheinbar in einem anderen Salon günstiger bekommen könnten?
Bei dieser Strategie richtet sich der Preis der Leistung danach, wie besonders sich die Kundin bei dir fühlt. Dein Können, deine Aufmerksamkeit, die Atmosphäre des Salons, luxuriöse Produkte oder einfach ein angenehmes Gespräch – all das schafft Mehrwert.
Wie findest du den wertbasierten Preis?
- Finde heraus, was deine Kundinnen bei dir tatsächlich am meisten schätzen. (Frag, hör zu, bedank dich!)
- Stell klar heraus, was deine Leistung besonders macht – ob es der persönliche Service, Spitzentechniken oder eine beruhigende Spa-Atmosphäre ist.
- Trau dich, diesen Wert auch zu verlangen! Glaub an das, was du anbietest.
Die Wahrheit ist:
Die erfolgreichsten Salons verkaufen nicht nur einen Schnitt, eine Maniküre oder eine Augenbrauenbehandlung … Sie verkaufen Gefühle, ein Erlebnis und Selbstbewusstsein. Glaubst du an dich selbst und deinen Wert, tut es auch deine Kundin.
Mehr darüber, wie du deinen Wert geschickt herausstellst und dich von der Konkurrenz abhebst, liest du hier – „Erfolgreiche Strategien, mit denen sich dein Salon abhebt“.
3. Wettbewerbsbasierte Preisgestaltung: Was verlangen die anderen (und warum sollte dich das überhaupt interessieren)?
Es schadet nie, sich anzusehen, was Nachbarsalons machen: Wird in deiner Region eher „auf den Boden“ gepreist, herrscht eher ein Qualitätswettbewerb, oder hat irgendwo jemand einen goldenen Mittelweg gefunden?
Hier kannst du:
- Deine Leistungen auf einem mit der Region vergleichbaren Niveau halten (so schockierst du keine Kundinnen und lässt dir den Gewinn nicht entgehen).
- Als Einsteigerin einen etwas niedrigeren Preis ausprobieren, um neue Besucherinnen anzulocken – aber nur so, dass genug Gewinn übrig bleibt.
- Mit einer stärkeren Marke und einem unverwechselbaren Stil auch einen etwas höheren Preis verlangen – wenn du ihn wert bist (siehe vorigen Punkt)!
Aber sei wachsam:
- Ein zu niedriger Preis kann ein falsches Signal senden – wirkt die Leistung „billig“ oder gar minderwertig? Und allein an Preiskämpfen teilzunehmen führt zu nichts anderem als … dem nächsten Preiskampf.
Willst du deine Position am Markt noch besser einschätzen, sieh dir auch Trends und Statistiken der Beautybranche 2025 an – so bleibst du der Konkurrenz sicher einen Schritt voraus.
Welchen Preis sollte ein Salon also ansetzen?
Was, wenn es gar keine eine feste Antwort gibt? Die meisten erfolgreichen Salons kombinieren diese drei Strategien clever! Zum Beispiel:
- Setz den Preis für Standardleistungen nach dem Markt an (damit neue Kundinnen kommen und alte nicht abgeschreckt werden).
- Bei besonders beliebten oder einzigartigen Leistungen – hier wende mutig die wertbasierte Preisgestaltung an.
- Und behalte immer im Hinterkopf, dass kein Preis unter dem Selbstkostenpreis liegen sollte (du kannst zum Beispiel den Bericht der SalonLife-Software nutzen, um laufend Kosten und Profitabilität zu analysieren).
Brauchst du Inspiration, wie du das Branding und den Wert deines Salons passend zu deiner Preisgestaltung herausstellst, lies auch den Blogbeitrag „Gestalte deinen Beautysalon noch attraktiver mit wirkungsvollen Branding-Strategien“.
Es lohnt sich, die Preise regelmäßig zu überprüfen, die Marktlage zu beobachten und Kundinnen um ehrliches Feedback zu bitten. Gute Preisgestaltung ist nicht in Stein gemeißelt, sondern wächst mit deiner Erfahrung und dem Ruf deines Salons.
Denk daran: Die Preisliste ist keine bloße Zahl auf Papier – sie ist der „Newsletter“ deines Salons an die Welt. Sie erzählt, wie sehr du dich selbst und deine Arbeit wertschätzt und welche Qualität die Kundin erwarten darf.
Spürst du, dass es jetzt Zeit ist, die Preisliste mit frischem Blick zu betrachten, dann … im nächsten Artikel schauen wir uns praktisch an, wie du Konkurrentinnen bei der Preisgestaltung „entschlüsselst“ und dich fair (aber clever!) positionierst. Vor dir liegen gute Wachstums- und Lernjahre – warum nicht schon morgen mit klügerer Preisgestaltung weitermachen?
