Hast du dich schon mal gefragt, warum manche Salons von Anfang an mit sicherem Schritt vorankommen, während andere schon in den ersten Monaten stolpern? Der Schlüssel liegt in einem gut durchdachten Finanzplan und dem Wissen, woher das Geld kommt – und wohin es verschwindet. Jeder Traum vom eigenen Salon beginnt mit einer einfachen Frage: Wie viel brauche ich eigentlich wirklich? Oder noch ehrlicher – habe ich genug Puffer, damit alle Pläne wirklich Wirklichkeit werden und nichts im „Tiefkühlfach“ landet?

Startkapital berechnen: Was gehört zu den „Gesamtkosten“?

Es mag scheinen, dass für die Eröffnung eines Salons ein paar schöne Stühle, ein guter Spiegel und ein paar Flaschen der richtigen Marke im Regal reichen – in Wirklichkeit sind die Kosten deutlich umfangreicher und geschickt versteckt. Aufgeschlüsselt sind die wichtigsten Faktoren:

  • Kaution und Miete für die Räume: Stell sicher, dass alles schriftlich festgehalten ist, was die Vermieterin verlangen kann – zwei Monatsmieten im Voraus, Kaution, Vermittlungsgebühr. Das sind keine Kosten, die du aufschieben kannst – sie müssen gleich zu Beginn bezahlt werden.
  • Einrichtung und Möbel: Alle modischen Stühle, charaktervollen Sofas, Regale, Spiegel und auch Schränke für die Mitarbeiterinnen. Kleine Details (Beleuchtung, Vorhänge) können am Ende eine beachtliche Zeile im Budget ausmachen.
  • Geräte und Arbeitsmittel: Die für die Leistungen nötigen Geräte führen die Liste an – Maniküregeräte, Föhne, Sterilisatoren, UV-Lampen usw. Erstell unbedingt eine vollständige Werkzeugliste, auch wenn du im Moment nicht alles sofort brauchst.
  • Produkte und Zubehör: Shampoos, Servietten, Handschuhe, Wattestäbchen – und noch allerlei Kleinkram, der leicht vergessen wird. Ein guter Tipp: Leg dir lieber knapp bemessene als zu große Vorräte zu. Geld, das in veralteten Farben feststeckt, bringt keine einzige Kundin.

Füllst du die Liste weiter, füg auch kleinere, aber unverzichtbare Dinge hinzu: Kassensystem, Computer, Online-Buchungssystem (z. B. SalonLife), Erste-Hilfe-Material, Reinigungsmittel und diverse behördliche Gebühren.

Brauchst du einen ausführlicheren Überblick über Kosten und Eröffnungskalkulationen, sieh dir auch „Die Berechnung der Eröffnungskosten eines Beautysalons: ein ausführlicher Leitfaden“ an.

Nimm jetzt all diese Kosten, summier sie und … füg mutig 10–15 % für Unvorhergesehenes hinzu! Immer schleicht sich etwas ein – ein maroder Rohr, eine unerwartete rechtliche Anforderung oder eine neue Idee, von der du vorher noch nie gehört hast.

Cashflow-Management: Reicht das Geld auch nach der Eröffnung?

Okay, die Startkosten sind zusammen – hurra! Aber hast du auch daran gedacht, dass nach der Eröffnung neue, monatliche Kosten kommen? Die ersten Monate können besonders schwierig sein, weil sich der Kundenstamm erst aufbaut. Hier ist es lebenswichtig, an folgende Punkte zu denken:

  • Fixkosten: Miete, Löhne, Nebenkosten, Telefon- und Internetrechnungen, Buchhaltung, kleinere Nachbestellungen, Leasingraten.
  • Einnahmenbudget: Weißt du, was eine Leistung kostet und wie viele Kundinnen du pro Woche bedienen kannst, rechne aus, wie viele Kundinnen nötig sind, damit am Monatsende alles aufgeht. Teil die Zahl dann auf die Wochen auf!
  • Konservatives Budget: Schätz Einnahmen eher niedriger und Kosten eher höher ein. So vermeidest du negative Überraschungen. Frag dich: Wie lange kann ich bei null bleiben, während der Umsatz erst Schritt für Schritt wächst?

Wie kommst du im Alltag besser mit den Finanzen zurecht und optimierst zum Beispiel Lagerbestand oder Rechnungsverwaltung? Inspiration und praktische Kniffe findest du im Blog: Unsere besten Empfehlungen für Buchhaltungssoftware im Beautysalon.

Woher nimmst du das Startkapital?

Weißt du jetzt, wie viel du wirklich brauchst, taucht die drängendste Frage auf: Woher kommt das Geld? Zum Glück bist du nicht die Einzige, die nach einer Antwort sucht. Hier sind die wichtigsten Varianten:

  1. Eigene Ersparnisse: Denkst du schon seit Jahren über die Eröffnung eines Salons nach, hast du vielleicht genug Rücklagen, um beim Start mutig loszulegen. Denk an die Risikostreuung – im Winter ist es nicht schön festzustellen, dass das ganze Geld in Stühlen und Spiegeln steckt.
  2. Kredite: Ein Klein- oder Geschäftskredit von der Bank oder sogar ein Darlehen von Freundinnen. Überleg: Kannst du den Kredit jeden Monat bedienen, auch wenn in den ersten Monaten weniger Kundinnen kommen? Bevor du Verpflichtungen eingehst, prüf die Konditionen – und hol dir kurz Rat von einer Fachperson.
  3. Förderungen und Zuschüsse: KfW-Förderkredite, Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit, regionale Wirtschaftsförderprogramme – es gibt viele Möglichkeiten, wenn du weißt, wo und wie du fragen musst. Meist musst du dafür einen ordentlichen Businessplan und eine Finanzprognose vorlegen, in der du zeigst, wofür du das Geld ausgibst.

Kommt die Summe trotzdem nicht zusammen, überleg Alternativen: eine Mitgesellschafterin, ein kleinerer Start mit späterer Erweiterung, Hilfe von Familie oder Freundinnen – oder sogar private Investorinnen. Das Stichwort? Verhandlungen und durchdachte Vereinbarungen! Jede Partnerin oder Kreditgeberin erwartet etwas zurück – sei es ehrliche Berichterstattung oder eine klar festgelegte Rendite.

Praktische Empfehlungen und kleine Kniffe

  • Schreib ALLE Kosten auf. Auch die, die fast unbedeutend wirken – du wirst sehen, wie aus „fast nichts“ am Monatsende ein „oh, was jetzt?“ werden kann.
  • Scheu dich nicht, um Hilfe zu bitten: Eine Steuerberaterin, eine Gründungsberaterin oder eine erfahrenere Salonbesitzerin sind hervorragende Ratgeberinnen – nutz ihr Wissen!
  • Probier kostenlose Werkzeuge aus: Auf den Websites der KfW, der Bundesagentur für Arbeit oder von Banken gibt es einfache Budgetvorlagen, die dir helfen, erste „Aha-Momente“ schon auf dem Papier klarzumachen.

Um moderne Werkzeuge zu finden und die Salonverwaltung zu vereinfachen, informier dich zusätzlich über Empfehlungen für Salon-Verwaltungssoftware – die richtigen digitalen Lösungen geben dir die nötige Sicherheit, sparen Zeit und helfen, finanzielle Fehler zu vermeiden.

Bringst du das alles schon zum Start in Ordnung, schaffst du für die Führung deines Salons ein deutlich stärkeres Fundament. Du stehst dann schon wie eine Marathonläuferin an der Startlinie, statt nur von der Seite die Strecke zu betrachten.

Mach dir keine Sorgen, wenn es beim ersten Mal scheint, als wäre es zu viel Information. Geh mit Schwung weiter – der nächste große Schritt ist die Wahl der richtigen Unternehmensform und die vollständige, den Vorschriften entsprechende Dokumentation. Aber davon schon im nächsten Artikel … Bist du bereit?